Rundbrief von Pfarrer Diedrich im Dezember 2009

Frasdorf, im Dezember 2009


Sehr geehrte Paten, Förderer und Freunde unserer Anbaham-Kinderdörfer!

Wieder geht ein Jahr erfolgreicher Arbeit in den Kinderdörfern St. Boniface Anbaham und für die rd. 600 Jungen und Mädchen zu Ende. 99 Jugendliche und Kinder sind nach jahrelanger Schulbildung und hervorragender Betreuung in den drei Dörfern von Zionpuram, Vadamelpakkam und Nagamangalam in ihre Familien und Heimatdörfer zurückgekehrt. Die meisten von ihnen haben eine Berufsausbildung, einige ein Weiterstudium begonnen.
Es ist mir ein großes Anliegen, den Paten für die treue Unterstützung unserer Kinder und den Einzel-spendern für die Ermöglichung von notwendigen Baumaßnahmen, Renovierungen und Anschaffungen zu danken. Viele Spender unterstützen unser Hilfswerk schon seit vielen Jahren, einige sogar seit 1985, dem Gründungsjahr des ersten Kinderdorfes. Ohne Ihre Hilfe gäbe es kein Anbaham, hätten über 2.000 Kinder aus den ärmsten Verhältnissen keine Chance für ein menschenwürdiges Leben und eine gesicherte Zukunft erhalten. Ihnen allen gilt mein von tiefstem Herzen kommendes Dankeschön und „Vergelt’s Gott“.

Jahr für Jahr nehme ich während meines Indienaufenthaltes im Februar neue Jungen und Mädchen in die drei Dörfer auf, die dann ab Sommer mit Beginn des neuen Schuljahrs in den Kinderdörfern leben. Es dauert dann Monate, bis ich für die Neulinge eine persönliche Patenschaft gefunden habe. Einige von ihnen können nie vermittelt werden. Daher sind Partnerschaften, auch anonyme Patenschaften genannt, unver-zichtbar. Ohne diese anonymen Patenschaften könnte ich keine Kinder neu aufnehmen. Z. Zt. warten noch 58 Jungen und Mädchen auf Paten. Zu diesen gehören auch R. Balasubramaniam und V. Kasturi.

Der Vater des 8-jährigen R. Balasubramaniam fiel in seiner Trunkenheit in eine Grube und brach sich die Beine, so dass er nicht arbeiten kann. Die Mutter hat den Ehemann und ihre zwei Kinder verlassen und lebt zusammen mit einem anderen Mann. Nur die Großmutter versorgt die Familie mit umgerechnet 0,60 EUR, die sie als Tagelöhnerin in der Landwirtschaft pro Tag verdient.
Die Mutter der 7-jährigen V. Kasturi ist vor zehn Monaten gestorben. Der Vater kann nach einem Schlag-anfall nicht mehr arbeiten. Die Großeltern, die mit der Familie in einer Elendshütte leben, sind beide blind. Von den fünf Kindern lebt ein Mädchen bei der Grußmutter mütterlicherseits in Mumbai, Kasturi und eine der jüngeren Schwestern haben wir nun in Anbaham aufgenommen.

Liebe Anbaham-Freunde, helfen Sie bitte mit, Paten für diese beiden und die übrigen Kinder zu finden.

Da die Lebenshaltungskosten in Indien seit Jahren enorm steigen, können mit der monatl. Patenspende von 31,00 EUR - im Jahre 1985 haben wir mit 50,00 DM begonnen – die laufenden Kosten für ein Kind nicht mehr gedeckt werden. Wir wollen aber den Monatsbetrag nicht erhöhen, um die Paten nicht zu belasten. Wir sind daher sehr dankbar für die Einzelspenden, mit denen wir neben den vielen anderen Aufgaben auch den Mehrbetrag finanzieren können.

Sie haben sich sicher wieder über Weihnachtspost der indischen Kinder freuen können. Sie sollten sich dabei aber nicht gedrängt fühlen, antworten zu müssen. Die Kinder rechnen normalerweise auch nicht mit einem Antwortschreiben. Einige Paten wünschen per Post näheren Kontakt. Auch das ist möglich. Da die Armut in Indien sehr verbreitet ist, gehen allerdings bisweilen Sendungen aus Europa verloren, besonders wenn die Briefkuverts etwas dicker sind. Wem es ein großes Anliegen ist, dem Patenkind zu schreiben, kann auch mir einen Brief mitgeben, jedoch kein Päckchen. Am 28. Dezember fliege ich zusammen mit Frau Gehrling wieder nach Indien.

Ich werde öfter gefragt, ob es angebracht ist, den Patenkindern Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke zu machen. Da die Kinder in Anbaham wie in einer Familie leben, können wir nicht gutheißen, dass einige Kinder mit Sondergeschenken bedacht werden, während die meisten leer ausgehen und traurig zusehen müssen. Wer gern mithelfen möchte, dass die Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten reicher ausfallen, könnte einen Geldbetrag zur Verfügung stellen, der allen zugute kommt.

Ein friedvolles, frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest und für das Jahr 2010 Gesundheit, Wohlergehen, viel Freude und Gottes reichen Segen wünscht Ihnen

Pfr. A. Diedrich